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CA / DCA-Lagerung – Dank kontrollierter Atmosphäre bleibt Obst und Gemüse länger frisch

CA/DCA-Lagerung von Obst und Gemüse

Damit saisonales Obst und Gemüse das ganze Jahr über angeboten werden kann, müssen die Früchte über mehrerer Monate hinweg gelagert werden. In der Erwerbslandwirtschaft kommen dazu gasdichte Lagerräume mit kontrollierter Atmosphäre (engl. Controlled Atmosphere = CA) zum Einsatz. Bei der CA-Lagerung werden Temperatur, Feuchtigkeit und die Zusammensetzung der Lageratmosphäre exakt überwacht und geregelt. Dadurch können Äpfel, Birnen und Co rund 3-4 mal länger gelagert werden als unter Normalbedingungen. Eine Voraussetzung dafür ist die exakte Messung der Temperatur, Feuchte und CO2-Konzentration im CA-Lager mithilfe geeigneter Sensoren. 

CA-Lagerung – Konstante Bedingungen erhöhen die Lagerfähigkeit

Damit die Früchte möglichst lange ihre Konsistenz, Inhaltsstoffe, Farbe und Geschmack behalten, werden diese in Kühlräumen bei konstant niedrigen Temperaturen und einer hohen Luftfeuchtigkeit gelagert. Darüber hinaus hat auch die Zusammensetzung der Lageratmosphäre einen wesentlichen Einfluss auf die Lagerfähigkeit. Normale Luft besteht aus etwa 78 % Stickstoff, 21 % Sauerstoff sowie geringen Anteilen an Kohlendioxid (0,04 %) und verschiedenen Edelgasen. Bei der CA-Lagerung wird der Sauerstoffgehalt im Lagerraum durch Zufuhr von Stickstoff auf einen konstant niedrigen Sauerstoffwert abgesenkt und gleichzeitig der CO2-Gehalt erhöht. Dadurch wird der natürliche Reifeprozess verlangsamt und die Qualität der Früchte bleibt über einen längeren Zeitraum hinweg erhalten.

Die ideale Zusammensetzung der Atmosphäre im CA-Lager hängt von den jeweiligen Obst- bzw. Gemüsesorten ab. Typische Lagerbedingungen bewegen sich zumeist in folgenden Bereichen:
 

  • < 2 % O2
  • 0,5-5 °C
  • 0-5 % CO2
  • bis zu 98 % rF
  • Obstlagerraum
    Durch die Lagerung in kontrollierter Atmosphäre kann Obst und Gemüse auch außerhalb der Saison in bester Qualität angeboten werden.

DCA-Lagerung (Dynamic Controlled Atmosphere)

Die DCA-Lagertechnik ist eine Weiterentwicklung der konventionellen CA-Lagerung. Sie berücksichtigt die Tatsache, dass die gelagerten Früchte durch Zellatmung ständig Wärme, Wasser, Kohlendioxid und Ethylen (C2H4) an die Umgebungsluft abgeben, wodurch sich die Zusammensetzung der Lageratmosphäre verändert. 

Bei der DCA-Lagerung wird der Sauerstoffgehalt sowie die Ethylen- und Kohlendioxidkonzentration kontinuierlich überwacht und dynamisch geregelt. Ziel ist es, einen möglichst tiefen Sauerstoffwert zu erreichen, der nur knapp über dem anaeroben Umkehrpunkt (ACP*) liegt. 

In sogenannten Ultra Low Oxygen (ULO) oder Extreme Low Oxygen (XLO)-Lagern wird der Sauerstoffgehalt schrittweise auf ca. 0,7 % bis 1 % abgesenkt. Die gelagerten Früchte werden dadurch in eine Art „Koma“ versetzt und der Fruchtstoffwechsel auf das absolute Minimum reduziert. Sortenspezifische O2- und CO2-Werte dürfen dabei weder unter- noch überschritten werden, da sonst die Früchte durch Sauerstoffmangel oder eine zu hohe CO2-Konzentration geschädigt werden.

*Der anaerobe Umkehrpunkt (Anaerobic Compensation Point, ACP) ist jene kritische Sauerstoffkonzentration, bei der es im Fruchtstoffwechselprozess zur Gärung kommt.
 

Präzise Sensoren sind die Voraussetzung für optimale Lagerbedingungen

Zur Sicherstellung der idealen Lagerbedingungen sind CA / DCA-Lagerräume mit verschiedensten technischen Systemen für Kühlung, Klimatisierung, Befeuchtung und Gasmanagement (Stickstoffgenerator, Kohlendioxidwäscher, Ethylenkonverter) ausgestattet. 

Voraussetzung für eine präzise Regelung der Lagerbedingungen ist die kontinuierliche Überwachung der relevanten Klimaparameter mithilfe geeigneter Sensoren. Nur wenn die Messgeräte zuverlässig arbeiten und exakte Messwerte liefern, führt eine CA / DCA-Lagerung zum bestmöglichen Ergebnis hinsichtlich Qualität und Lagerfähigkeit. Letztendlich muss sich der Energie- und Ressourceneinsatz für den Betreiber eines CA / DCA-Lagers rechnen.
 

Feuchte-, Temperatur- und CO2-Messung in CA / DCA-Lagerräumen

Feuchte, Temperatur und CO2 zählen zu den wichtigsten Parametern, die es bei der CA / DCA-Lagerung zu überwachen gilt. Aufgrund der in den Lagerräumen vorherrschenden, anspruchsvollen Bedingungen ergeben sich folgende Anforderungen an die Sensoren:
 

  • Hohe Messgenauigkeit (<2 % rF) und Langzeitstabilität unter Hochfeuchtebedingungen
  • Verschmutzungsresistentes Messprinzip, idealerweise mit Autokalibration
  • Resistenz gegenüber chemischer Kontamination
  • Betauungsbeständig
  • Robustes Gehäuse mit Schutzklasse IP65 oder höher
  • Einfache Wartung und unkomplizierter Tausch der Sensoren im Servicefall

 

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